WALDKIRCH. Die Investoren des neuen Boardinghouse in Waldkirch sind von seiner Rentabilität zutiefst überzeugt. Sie konnten noch die günstigen Finanzierungsbedingungen der Vorjahre nutzen, ihre Kalkulation konnte trotz Corona gehalten werden. Vor allem aber sehen sie im Boarding-Angebot eine zeitgemäße Ergänzung zum Hotelbetrieb, der seit der großen Sanierung 2014 floriert hat.
„Wir waren vor Corona ständig ausgebucht und haben erkannt, dass es für längere Hotelaufenthalte mit Selbstversorgung eine breite Klientel gibt“, sagt Astrid Trienen-Federspiel. So bot es sich an, direkt vor Ort zu erweitern und das gegenüberliegende Grundstück zu erwerben. Die Stadt hatte die noch bebaute Fläche mit der Auflage, sie für Beherbergungszwecke zu nutzen, zum Verkauf angeboten.
Konzeptionell möchte die Geschäftsführerin die neuen Appartements nun für wenigstens drei Nächte, lieber jedoch für zwei Monate und länger vergeben. „Je länger jemand bucht und weniger Service-Aufwand erzeugt, umso günstiger fällt der Preis aus“, erläutert sie. Ihre Erfahrungen sagen ihr dabei, dass das Interesse an einem längeren Aufenthalt breit gelagert ist. Ausländische Gäste bringen gerne heimische Ernährung mit. Hospitanten in hiesigen Unternehmen oder Arbeitsgruppen auswärtiger Firmen mieten sich häufig länger ein. Firmen suchen zuweilen einen Co-Working-Space. Und auch für größere Familien mit Kindern sei das Angebot interessant, ist Trienen-Federspiel überzeugt.
Mit der Aufnahme des Gästebetriebs musste sie allerdings länger als geplant warten. Schon im November 2019 hatte man mit dem Abriss der Altgebäude begonnen, im Januar 2020 den Bauantrag gestellt und im Juli erst die Genehmigung bekommen. Einsprüche und Corona hemmten. Besonders lange blieb danach die Bohrerlaubnis für die Geothermie-Anlage aus. 22 Monate haben die Bauarbeiten gedauert. Die Hotelmanagerin ist deshalb glücklich, dass es geschafft ist. „Ich freue mich, endlich wieder meinem eigentlichen Part nachgehen und neue Gäste empfangen zu können“, sagt sie. ban