Neues Wasserwerk ist im Probebetrieb

Freitag, 26.02.2021 um 09:14 Uhr

Anzeige Wasserversorger Möhlingruppe stellt Leitungsnetz in Bollschweil zukunftsträchtig auf

Beherbergt neueste Aufbereitungstechnik: das Wasserwerk Kuckucksbad an der Gewerbestraße. FOTO: ANITA FERTL

Freitag, 26.02.2021 um 09:14 Uhr

BOLLSCHWEIL. Am Ortseingang von Bollschweil ist kein alltäglicher Bau entstanden. Hinter Holzfassade und Metalltüren ist ein leises Brummen zu hören und verrät die ausgeklügelte Technik, die im Gebäude untergebracht ist: Die Wasseraufbereitungsanlage „Wasserwerk Kuckucksbad“ ist nach gut zweijähriger Bauzeit fertiggestellt.

Nach dem Start der Tief- und Rohabarbeiten imDezember 2018 wurde im darauffolgenden Sommer der Dachstuhl aufgeschlagen, die Fassade mit Holz verkleidet und schließlich im Herbst 2019 die Großkomponenten zur Wasseraufbereitung in das Gebäude eingebracht. Im Anschluss folgten Fenster und Türen sowie die Wiederauffüllung der Baugrube.  

Rund 2,4 Millionen Euro fielen für das Bauvorhaben an; circa 400 000 Euro Fördergelder wurden vom Land gewährt. Damit stellt sich der Wasserversorgungsverband Möhlingruppe unter dem Verbandsvorsitzenden und Ehrenkircher Bürgermeister Thomas Breig für die Zukunft auf. In der Möhlingruppe sind die Gemeinden Bollschweil, Ehrenkirchen, Pfaffenweiler, der Ortsteil Schallstadt sowie der Ortsteil Biengen der Stadt Bad Krozingen zusammengeschlossen.

„Die Anforderungen an die Trinkwasserversorgung sind gestiegen“, erklärt Klaus Rhode von der Badenova-Tochter BN-Netze den Anlass für den Neubau. „Besonderes im Bereich der Aufbereitung von Quellwasser war es notwendig geworden, eine Überarbeitung der Aufbereitungstechnik vorzunehmen.“ Diese sei im Hochbehälter Bellen, wo das Wasser bislang aufgearbeitet wurde, wirtschaftlich nicht mehr darstellbar gewesen. Rhode betont, dass gemäß Strukturgutachten alle Erneuerungsmaßnahmen rund neun Millionen Euro gekostet hätten, weshalb man sich für den Neubau Kuckucksbad inklusive Leitungserneuerung und Stilllegung der Hochbehälter entschied.  

Mit dem jetzigen Standort suchte und fand man einen, der die Infrastruktur der Quellgewässer berücksichtigt. Er ist im Tal und dort angesiedelt, wo die Quellen zusammenlaufen. In der Gewerbestraße am südwestlichen Ortseingang von Bollschweil ist nun die neue Aufbereitungsanlage Wasserwerk Kuckucksbad mit Betriebsgebäude entstanden, die sich dank Holzfassade und entsprechender architektonischer Gestaltung gut in das Landschaftsbild einfügt. Planung und Bauleitung hatte Christian Burgbacher vom Ingenieurbüro IBV aus Sulz am Neckar inne.

Momentan ist die Anlage im Probebetrieb. Sie fasst 100 Kubikmeter aufzubereitendes Rohwasser und 100 Kubikmeter Reinwasser. Das Wasserwerk verfügt über eine leistungsstarke sieben KW/h-Turbine, deren Strom auch direkt in der Aufbereitungstechnik genutzt wird. Eine neue Ultrafiltrationsanlage filtert die Trübstoffe, die aus den Quellen kommen, heraus, anschließend wird das weiche St. Ulricher Quellwasser mit dem harten Kirchhofener gemischt: „Somit bekommen wir ein Wasser im mittleren Härtebereich. Das Wasser wird anschließend desinfiziert und geht dann rauf auf den Bellen“, erklärt Rhode den Ablauf.

Der Hochbehälter Bellen kann dank freigewordener Aufbereitungskapazitäten und neuer Leitungen nun 3000 Kubikmeter für die Verteilung an alle Verbandsgemeinden vorrätig halten. Damit können einige der alten Hochbehälter, die nicht mehr sanierungsfähig sind, stillgelegt werden. Sobald es coronabedingt wieder möglich ist, soll eine feierliche Eröffnung stattfinden, sagt Rhode. anfe


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