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Chauffeurverein Lahr feiert sein 100-jähriges Bestehen

Sa, 13. Mai 2023

Anzeige Bulldogtreffen Langenhard - Flammenkuchen, Abendprogramm, Tombola und attraktive Preise.

Historische Traktoren locken alljährlich zum Vatertag viele Besucher auf den Langenhard. In diesem Jahr wurde das Programm anlässlich des Jubiläums deutlich erweitert. FOTO: CHRISTOPH BREITHAUPT (ARCHIV) Pes SOUP

Wenn der Chauffeurverein Lahr und Umgebung am Vatertag zum Bulldogtreffen auf den Langenhard einlädt, dann ist es ein besonderer Tag. Denn der Verein feiert sein 100-jähriges Bestehen.

Dementsprechend wird die Veranstaltung auf dem Langenhard in diesem Jahr um einige Höhepunkte bereichert. Am 18. Mai, 10 Uhr, beginnt die Ausstellung der etwa 250 Traktoren, dazu gibt es Flammenkuchen und einen Lastwagen mit Bar. Neu ist auch die Tombola, bei der attraktive Preise winken. Um 19 Uhr beginnt das Abendprogramm mit der Band Reloaded.

Das Bulldogtreffen auf dem Langenhard gibt es seit mehr als 30 Jahren, doch die Ursprünge des Vereins reichen bis ins Jahr 1923 zurück. In einer Zeit, als Deutschland im Umbruch war, von Veränderungen geprägt, erkannten neun gestandene Männer, dass die Zeit der Pferdekutschen und Fuhrwerke zu Ende ging. Man(n) musste sich Neuem stellen, als Herrschaftsfahrer oder Fuhrunternehmer, eben als Chauffeur eines Automobils. Dieses war jedoch in weiten Kreisen ähnlich verpönt wie so vieles Neues, denn das Automobil galt nicht als Erfindung für die breite Masse. Wer wohlhabend war, fuhr solche lauten und stinkenden Gefährte sowieso nicht selbst. Das Benzin dazu konnte man anfangs nur in der Apotheke kaufen.

Doch schon damals gab es Pioniere, die den Fortschritt nicht scheuten. Neun mutige Männer aus Lahr und Umgebung bewarben sich für die Führerscheinprüfung. Dazu mussten sie an sechs Wochenenden beim Kesselinspektor in Freiburg eine Schulung besuchen. Nach bestandener Prüfung kamen sie auf die Idee, jeweils am ersten Samstag im Monat ein Treffen zu veranstalten. Darum gilt der erste Samstag im Herbst 1923, der 6. Oktober, als Gründungstag des Chauffeurvereins Lahr und Umgebung. In der Folgezeit wurde der junge Verein zu einer festen Größe in der Ortenau. Als erster Vereinsvorsitzender fungierte der "Zehnle Franz" aus Lahr. Emil Weber aus Sulz, langjähriger Fahrer bei der ehemaligen Zigarettenfabrik Roth-Händle, bekleidete bis zum Kriegsbeginn 1939 das Amt des Vorsitzenden, er war es auch, der den Verein am 7. August 1950 wieder neu gründete. 1951 waren es 20 Mitglieder unter der Führung von Franz Kölmel. Es folgten Albert Stadler und Gerhard Fleig, welcher die Blütezeit des Chauffeurvereins mit 100 Mitgliedern begleitete. In der Regel waren sie Kraftfahrer, die für ansässige Unternehmen arbeiteten, aber auch Richter und Polizisten fanden ihren Weg ins Vereinsleben.

Damals hatte der Verein bei der Verkehrsplanung ein Mitspracherecht. Denn in jener Zeit hatten Beamte und Stadträte selten eine Fahrerlaubnis und somit wenig Ahnung vom Verkehr. Entsprechend fand die Expertise der Vereinsmitglieder Gehör. Heute ist in der Führerscheinprüfung vieles Standard, was früher schon im Chauffeurverein vorausschauend gelehrt wurde.

Verkehrsschauen wurden zusammen mit der Stadt Lahr veranstaltet. Unter Gerhard Fleig wurden auch die Lkw- und Busfahrer-Turniere ausgetragen, die große Bewunderung fanden.

Dabei kam das gesellige Vereinsleben nicht zu kurz. Es wurden viele Feste gefeiert und Ausflüge unternommen, wie 1977 in die Fertigungsstätte des damals neuen Peugeot 305. Fleig war es auch, der den heutigen Ehrenvorsitzenden Josef Huschle als Mitglied warb. 18 Jahre lang war Huschle Kassierer, bevor er das Amt des Vorsitzenden für zwölf Jahre übernahm. Zum 75-jährigen Bestehen wurde der Chauffeurverein die Ehrennadel des Landes Baden-Württemberg verliehen. Als es dann Zeit für jüngere Führungskräfte wurde, gab Josef Huschle das Amt an Andreas Ockenfuß ab. Ockenfuß hat, nachdem er das Amt mehr als zehn Jahre innehatte, den Vorsitz an den jetzigen Vorsitzenden Thomas Kollmer weitergegeben.

Von Wolfgang Künstle


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