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Michaelhaus der Friedrich-Husemann-Klinik in Buchenbach in Betrieb

Samstag, 10.10.2020 um 08:31 Uhr

Anzeige Neues Klinikgebäude mit 57 Betten

BUCHENBACH. Ursprünglich sollte der Neubau des Fachkrankenhauses für Psychiatrie und Psychotherapie, die Friedrich-Husemann-Klinik in Buchenbach, im Herbst mit einem Tag der offenen Tür anlässlich des 90-jährigen Bestehens der Klinik feierlich eröffnet werden. „Das passt aber jetzt nicht in die Zeit“, begründet Geschäftsführer Olaf Meier die Absage. In Betrieb ist das neue Michaelhaus nach gut 27-monatiger Bauzeit nun seit dem 13. Mai.  

Nötig geworden war die Baumaßnahme aufgrund des maroden Bauzustands und mangelnder Brandschutzmaßnahmen der Vorgängergebäude, die teils aus den 1930er Jahren stammten. Für den Neubau des Michaelhauses investierte der Träger und Bauherr der Klinik, der gemeinnützige Verein Zentrum für anthroposophische Psychiatrie, eine Summe von 17 Millionen Euro. Davon übernimmt das Land Baden-Württemberg 8,8Millionen Euro. 
              
Architekturbüro Ruch & Partner mbB
                 
Das vom anthroposophischen Facharzt Friedrich Husemann im Jahr 1930 gegründete Sanatorium Wieseneck, das später seinen Namen tragen sollte, verfügt über zwei Bettenhäuser. Es sind dies das Lukashaus aus dem Jahr 2003 mit 46 Planbetten sowie das neue Michaelhaus, das nun auf den beiden oberen Stationen über 57 Betten verfügt.

Entstanden ist ein dreigeschossiger Baukörper, der sich in die bestehende Höhenstruktur einfügt und dank S-Form zwei Höfe umschließt. Die Patientenzimmer verfügen jeweils über ein Bad mit ebenerdiger Dusche. Sie sind so angeordnet, dass der Blick über die umliegenden Parkanlagen fällt und haben großzügige Fenster mit Lüftungsflügel.
                 
Klitzke ELT - Plan
                 
Im ersten Obergeschoss befindet sich eine Station mit zwei Bereichen. Einer davon wird als geschlossener betrieben, der andere Bereich als offener mit intensiverer Betreuung. Das zweite Obergeschoss beherbergt einen offenen Bereich. Im Erdgeschoss befinden sich neben einem freundlich gestalteten Eingangs- und Aufnahmebereich eine Psychiatrische Institutsambulanz sowie weitere Funktions- und Nebenräume. Insgesamt beschäftigt die Klinik 200 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, viele davon in Teilzeit. Diese sind auch in der hauseigenen Frischeküche und Hauswirtschaft tätig.
                 
Pflegedienstleitung Friedrich-Husemann-Klinik
               
Für die Planung zeichnet das Architekturbüro Ruch & Partner aus Bad Krozingen verantwortlich, das sich einer besonderen Herausforderung gegenübersah. Denn gewöhnlich wird ein Neubau nach der vorhandenen Fläche ausgerichtet. Da das Klinikgebäude jedoch inmitten eines vom Begründer Friedrich Husemann selbst angelegten und teils sehr seltenen Baumbestands liegt, galt es, diesen zu schützen und zu erhalten. „Ehrlich gesagt, steht das Haus in erster Linie so wegen der Bäume. Der erste Entwurf war länger und schmaler. Dann hätten aber die Zeder und die Urwaldbäume weggemusst“, sagt Meier.
                 
                 
Der Spatenstich erfolgte am 15. Januar 2018, der Schlussstein wurde am 28. März dieses Jahres gelegt. Die Arbeiten selbst seien gut gelaufen. „Wir haben mit den Architekten einen Glücksgriff getan, die das gut geplant und gut begleitet haben“, sagt Geschäftsführer Meier. Trotz der, bedingt durch die Landesfördermittel, europaweiten Ausschreibungen habe man bei den meisten Gewerken gute, regionale Firmen beschäftigen können.
             
                  
Der Neubau wurde als KfW-Effizienzhaus 55 errichtet. Die Photovoltaikanlage auf dem Dach kann nicht nur das Gebäude, sondern den gesamten Campus mit Strom versorgen. VielWert haben Planer und Bauherr auf ökologische und recycelbare Materialien gelegt. So wurden Bio-Vinyl und Fliesen verlegt, die Türen sind mit Echtholz furniert. Für die Einrichtung wurden Vollholzmöbel ausgewählt, und die Wände sind emissionsfrei gestrichen. Anita Fertl
                  

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