Zwei auf einen Streich

Mittwoch, 20.10.2021 um 08:27 Uhr

Anzeige Änderungsschneiderinnen belegten Platz 1 und 5

Lilly Ihringer und Lea Furler (rechts) haben ihre Ausbildung mit Bestnoten absolviert. FOTO: ANITA FERTL

Mittwoch, 20.10.2021 um 08:27 Uhr

Von A wie Anlagenmechaniker bis Z wie Zimmerer: Insgesamt 201 Auszubildende der Kreishandwerkerschaft Freiburg haben ihren Abschluss gemacht und dürfen morgen ihren Gesellenbrief entgegennehmen. Dann werden auch diejenigen geehrt, die mit einer Eins abgeschnitten haben. Auffallend dabei: Unter den Top Fünf dieses Herbstabschlusses sind zwei Änderungsschneiderinnen – wir stellen Lea Furler und Lilly Ihringer vor. 

Mit stolzen 95,55 von 100 möglichen Punkten (zusammengesetzt aus schriftlicher und praktischer Leistung) steht die Änderungsschneiderin Lea Furler (24) als beste Gesellin der jetzigen Herbstfreisprechfeier fest. „Als ich es erfahren hatte, konnte ich es gar nicht glauben“, sagt Furler und lacht.

Nach dem Realschulabschluss hatte sie zuerst eine Ausbildung zur Physiotherapeutin absolviert. „Der Beruf ist toll, aber nicht der richtige für mich“, stellt Furler im Nachhinein fest. An der Schneiderei hatte sie zuvor durch das Schulfach Mensch und Umwelt (MUM) großen Gefallen gefunden und beschloss deshalb, aus ihrem Hobby einen Beruf zu machen. „Die Schneiderei ist sehr abwechslungsreich und man hat auch den Menschenkontakt“, schwärmt sie.

„Mir gefällt am besten, dass man am Ende vom Tag etwas in der Hand hat“, stellt ihre Kollegin Lilly Ihringer (19) fest. Mit 93,9 Punkten belegte sie den 5. Platz unter den Besten des Herbstabschlusses. „Bei mir daheim wurde das Schneidern immer schon gelebt: Meine Oma ist Schneiderin und meine Mutter Handarbeitslehrerin. Dadurch war ich immer das Versuchskaninchen für Nähen, Sticken, Häkeln und Stricken“, erzählt sie. Nach dem Abitur wollte Ihringer ein Jahr Auszeit nehmen und sich anschließend in diese Richtung orientieren. Doch schnell wurde es ihr langweilig und so entschloss sie sich spontan für die Ausbildung.

Sowohl Furler als auch Ihringer haben ihre Ausbildung zur Änderungsschneiderin in der Gertrud-Luckner-Gewerbeschule absolviert. Dort gibt es diese Möglichkeit erst seit zwei Jahren. Das sei aus der Not geboren, so Ihringer, weil es zu wenig Ausbildungsbetriebe für Schneider gäbe. „Der Unterricht findet zwar hauptsächlich in der Schule statt. Aber wir hatten einen Praktikumstag pro Woche, mussten dabei in diesen zwei Jahren 600 Stunden sammeln“, erklärt sie. Ihre Kollegin Furler ergänzt: „Den Betrieb durften wir uns selbst aussuchen.“

Mit ihrem Gesellenbrief ist für beide noch nicht Schluss, denn die Änderungsschneiderei bildet für viele Berufe die Grundlage. Beide legen sie nach: Ihringer bildet sich zur Modeschneiderin weiter, Furler will die Ausbildung zur Maßschneiderin abschließen und dann den Schritt in die Selbstständigkeit wagen. Anita Fertl
  


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