Klinik für Biokinematik in Bad Krozingen

Freitag, 02.04.2021 um 07:58 Uhr

Anzeige In der Klinik für Biokinematik in Bad Krozingen können Patienten auch ohne Operation schmerzfrei werden

Schmerzfrei durch Bewegung: Manuelle Behandlung und ein Übungsprogramm sollen eine Operation ersetzen. FOTO: PR

Freitag, 2.04.2021 um 07:58 Uhr

Viele, meist chronische Schmerzpatienten, sehen eine Operation als letzten Ausweg. Bei der Klinik für Biokinematik in Bad Krozingen geht man andere Wege abseits konservativer Behandlungsmethoden. Welche das sind, erklärt der Medizinische Leiter, Claus Becker, im Interview. 

Wer findet den Weg zu Ihnen in die Klinik für Biokinematik? 

Claus Becker: Patienten mit Schmerzen im Bewegungsapparat. Das sind Kopf- und Schulterschmerzen, über Ellbogen-, Rücken-, Hüft-, Knie- und Fußbeschwerden oder Bandscheibenvorfälle und sogenannte Spinalstenosen. Am häufigsten sind Rückenschmerzen.

Klinik für Biokinematik

Was wird bei den Patienten dann zuerst untersucht?

Becker: Wir erheben eine sorgfältige Anamnese, gefolgt von einer körperlichen Untersuchung. Und je nachdem, welche Einschränkung in unseren Augen zur Schmerzauslösung führt, wird bereits in der ersten Sitzung behandelt. Die meisten Patienten stehen dann von der Liege auf und sagen „Oh, da hat sich aber etwas geändert“.

Wie geht es weiter?

Becker: Je nach Problematik werden die Patienten entsprechend beraten und wir entscheiden gemeinsam, ob die Therapie besser stationär oder ambulant erfolgt. Oft handelt es sich um komplexe Störungen des Bewegungsapparates, die besser und effektiver stationär angegangen werden. Das dauert meist nur einige Tage.

Das Konzept hinter ihrer Behandlungsweise nennt sich Biokinematik, was genau verbirgt sich hinter diesem Begriff?

Claus Becker ist medizinischer Leiter der Klinik für Biokinematik. BILD: CLK
Claus Becker ist medizinischer Leiter der Klinik für Biokinematik. BILD: CLK

Becker: Die Biokinematik bemüht sich um die Kenntnis der Regeln, nach denen sich der menschliche Körper bewegt. Für uns gehört zu jedem Schmerz ein funktionsgestörter Muskel. Im Gegensatz dazu erklärt die klassische Orthopädie Schmerz durch Strukturveränderungen, die auf Röntgen- oder MRT-Bildern gesehen werden, zum Beispiel Arthrosen über oder Bandscheibenvorfälle. Wird Schmerz an genau dieser Stelle geklagt, was meist der Fall ist, scheint dann klar, dass eben diese Arthrose angeblich für die Beschwerden verantwortlich ist. Daraus werden dann oft operative Notwendigkeiten abgeleitet.

Und das ist bei der Biokinematik anders?

Becker: Ja, weil wir den Schmerz als Störung muskulärer Funktion betrachten, nicht als Folge degenerativ veränderter Struktur. Für uns sind Schmerz und Schmerzursache immer räumlich getrennt. Hexenschuss beispielsweise wird verursacht durch eine Verspannung im geraden Bauchmuskel. Sitztätigkeit läßt diesen Muskel zu kurz werden. Ein hastiges Bücken genügt oft, um ihn komplett zu verklemmen. Schlagartig schießt dann ein Schmerz in den Gesäßmuskel als Gegenspieler ein, damit dieser den Bauchmuskel beim Aufrichten nicht schädigt: Unfähig sich aufzurichten verharrt der Patient in gebeugter Haltung. Walter Packi hat sich hier große Verdienste erworben, indem er sich Gedanken zur Natur von Schmerzen gemacht hat.

Was waren seine Ergebnisse?

Becker: Die Frage, die er sich stellte, war: Was ist der kleinste gemeinsame Nenner bei Schmerzen? Und seine Antwort war, man kann durch Bewegung Schmerz verstärken und durch Ruhigstellung Schmerz abschwächen. Ein einfaches Beispiel: Bei gebrochenem Armbringen Sie diesen instinktiv in Schonhaltung, da dann die Schmerzen erträglicher sind. So gesehen ist Schmerz kranke Bewegung. Aus den Bewegungsgesetzen des menschlichen Körpers leitete er die therapeutischen Mittel ab, die bei uns zur Anwendung kommen.

Und Sie trainieren die richtige Bewegung?

Becker: Trainieren reicht nicht. Eine Bewegungsstörung muss erst einmal korrekt erkannt werden , oft sind ganze Muskelketten beteiligt. Eine Störung kann man mit ausreichend Erfahrung ertasten und durch manuelle Behandlung sowie ein Übungsprogramm im Sinne eines Längentrainings dauerhaft korrigieren.

Wie lange ist der Patient dann bei Ihnen in Behandlung?

Becker: Bei unkomplizierten Rückenschmerzen haben wir eine sehr hohe Erfolgsrate mit bis zu 80 Prozent und der Patient muss auch nur wenige Tage bei uns bleiben. Nach einer Woche haben wir die meisten unserer Patienten schmerzarm bis schmerzfrei, das zeigt auch unsere Statistik mit fünfstelliger Fallzahl.
   


Weitere Artikel

Anzeige Freiburg
DENZLINGEN. Die Arbeiten sind so vielfältig wie die Menschen, die sie ausüben: In der neu gebauten Caritas-Werkstätte an der Vörstetter Straße 3 erleben Menschen mit Behinderung Teilhabe,
Anzeige Freiburg
BAD KROZINGEN. Ob klassische Sanitätshausware, Reha- oder Orthopädietechnik: Seit mehr als 30 Jahren bietet die Rapp und Seifert Sanitätshaus und Orthopädietechnik GmbH in Bad Krozingen alles
Anzeige Freiburg
Vom klassischen Brot über leckere Torten bis hin zu hochwertigen Pralinen: Sabine Decker-Pahlke und ihr Ehemann Markus Pahlke können in diesem Jahr mit dem Café Decker auf eine nun 60-jährige