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Steuerrecht: Freibeträge steigen

Samstag, 18.01.2020 um 00:00 Uhr

Anzeige Änderungen für Steuerzahler in 2020

Himmelsbach & Streif GmbH
KFD Steuerberater
Helmut Finke
VLH.
Wisser Steuerberater
Aukthun Treuhand GmbH
Pünktlich zum Jahreswechsel veränderten sich einige Regelungen im Bereich Steuern. So können Arbeitnehmer etwa eine höhere Verpflegungspauschale geltend machen, Steuerzahler mit Kindern stehen höhere Freibeträge zu und der Fiskus begünstigt die Altersvorsorge. Das Wichtigste im Überblick:

GRUNDFREIBETRAG

Ledige haben seit dem 1. Januar 2020 bei der Einkommensteuer einen höheren Grundfreibetrag. Bis zu 9408 Euro bleibt das Einkommen steuerfrei. Das sind 240 Euro mehr als 2019. Für Verheiratete steigt der Betrag auf 18816 Euro.

KINDERFREIBETRAG

Auch der Kinderfreibetrag steigt von 4980 auf 5172 Euro. Eltern können diesen Freibetrag statt des Kindergelds erhalten. Das Finanzamt prüft bei Abgabe der Einkommensteuer automatisch, welche Vergünstigung sich für Eltern mehr auszahlen. Das Kindergeld soll erst 2021 erneut steigen.

SACHBEZÜGE

Grundsätzlich können Arbeitgeber ihren Mitarbeitern Sachbezüge bis zu einem Wert von 44 Euro pro Monat kostenlos oder vergünstigt gewähren, ohne dass darauf Steuern anfallen. Seit dem 1. Januar fallen jedoch unter anderem zweckgebundene Geldleistungen weg. Auch nachträgliche Kostenerstattungen etwa für eine Tankquittung sind dann laut Bund der Steuerzahler nicht mehr steuerfrei. Ausnahme: Fahrtkosten auf Dienstreisen dürfen Arbeitgeber weiterhin steuerfrei erstatten. Und auch für aufladbare Geschenkkarten fallen keine Steuern an, wenn der Chef diese zusätzlich zum normalen Arbeitslohn ausgibt. Voraussetzung ist: Der Beschenkte kann mit dem Gutschein und der Geldkarte nur Waren oder Dienstleistungen kaufen.

VERPFLEGUNGSPAUSCHALE

Arbeitnehmer, die aus beruflichen Gründen auswärts tätig sind, können sich über eine höhere Verpflegungspauschale freuen. Dauert die Abwesenheit mehr als acht Stunden, gibt es nun 14 Euro statt bisher zwölf Euro. Ist der Beschäftigte den ganzen Tag, also 24 Stunden, unterwegs, gilt die neue Pauschale von 28 Euro. Bei mehrtägigen Reisen steigt die Pauschale für den An- und Abreisetag um zwei Euro auf 14 Euro. Der Arbeitgeber kann diese Beträge steuerfrei ersetzen. Oder der Arbeitnehmer macht die Pauschale in seiner Steuererklärung als Werbungskosten geltend, so kann er das zu versteuernde Einkommen senken. Darauf weist die Verbraucherzentrale NRW hin.

UMZUGSPAUSCHALE

Ab dem 1. März können Ledige, die aus beruflichen Gründen den Wohnort wechseln, pauschal 820 Euro absetzen, etwa für Schönheitsreparaturen in der vorherigen Wohnung. Ehepartner und eingetragene Lebenspartner können dann 1639 Euro in ihrer Einkommensteuererklärung angeben, erklärt der Bund der Steuerzahler. Zusätzlich können sie etwa Kosten für den Makler oder den Transport der Möbel absetzen, wenn diese einzeln belegbar sind.

WERKSWOHNUNGEN

Wer von seinem Arbeitgeber eine günstige Wohnung gestellt bekommt, profitiert von diesem geldwerten Vorteil. Seit Januar gilt ein Bewertungsabschlag: Arbeitnehmer müssen den Vorteil dann nicht versteuern, wenn die Miete mindestens zwei Drittel des ortsüblichen Mietwerts beträgt. Bislang mussten sie die Differenz zur ortsüblichen Miete voll versteuern.

STEUERERKLÄRUNG

Nicht jeder ist verpflichtet, eine Einkommensteuererklärung abzugeben; es lohnt sich aber für viele. Freiwillig ist dies für Menschen mit geringen Einkünften: etwa für Ledige, die 2020 einen Arbeitslohn von bis zu 11900 Euro erzielen. Für Verheiratete steigt der Wert um 550 Euro auf 22600 Euro.

ALTERSVORSORGE

Wer für das Alter vorsorgt, kann bis zu 90 Prozent dieser Aufwendungen absetzen, nach Angaben des Bunds der Steuerzahler berücksichtigt der Fiskus ab 2020 bei Alleinstehenden bis zu 22541 Euro. Ehepaare und eingetragene Lebenspartner können 45082 Euro steuerlich geltend machen. Der Fiskus zieht bei Arbeitnehmern, die in die gesetzliche Rentenversicherung einzahlen, von den Aufwendungen den steuerfreien Arbeitgeberanteil ab. dpa 
      

Info

Fristen

Fristen beachten
Fristen beachten
Die Steuererklärung gehört wohl zu den weniger beliebten Beschäftigungen der Steuerpflichtigen. Diese Arbeit wird gern aufgeschoben, zumal der Gesetzgeber im vergangenen Jahr die Abgabefristen verlängert hat, die erstmalig für die Steuererklärung 2018 galten. Für die Steuererklärung 2019 gelten nun folgende Abgabetermine:


- Wer seine Erklärung selbst
erstellt, sollte diese bis zum 31. Juli 2020 beim Finanzamt einreichen, ansonsten drohen Strafzahlungen. Möglich sind aber auch Fristverlängerungen in begründeten Fällen.

- Zeit gewinnt zusätzlich, wer seine Erklärung einem Steuerberater anvertraut. Dann verlängert sich die Abgabefrist bis Ende Februar (für die Steuererklärung 2018 ist das Abgabedatum der 2. März 2020).

Zudem wird dem Steuerzahler durch den Berater die oftmals undurchsichtige Arbeit abgenommen. Und: Laut Statistischem Bundesamt liegt die durchschnittliche Rückerstattung bei von Steuerberatern eingereichten Erklärungen bei rund 1000 Euro. mr
    

Klimageräte absetzen

Freiberufler und Selbstständige können mobile Klimageräte für ihr Büro steuerlich absetzen. Kostet das Gerät nicht mehr als 800 Euro, senken die Ausgaben die Steuerlast sofort, so der Steuerberaterverband Berlin-Brandenburg. Bei Anschaffungskosten bis 1000 Euro netto kann es über einen Zeitraum von fünf Jahren abgeschrieben werden. Ansonsten wird der Steuervorteil über elf Jahre anhand der Nutzungsdauer verteilt. Auch für das häusliche Arbeitszimmer kann sich eine Klimaanlage steuerlich lohnen. Wird beispielsweise nur das Arbeitszimmer gekühlt, können die Kosten den Werbungskosten zugerechnet werden. Wird die ganze Wohnung durch die Anlage temperiert, kommt der Steuerbonus zwar nicht für die Anschaffung an sich, aber für die damit verbundenen Handwerkerleistungen in Betracht. tmn
  

Erbschaftssteuer bleibt bestehen

Wer seinen Erbteil verkauft, wird damit nicht die ganze Verantwortung los. Denn einige Verbindlichkeiten aus der Erbschaft bleiben bestehen, erklärt die Notarkammer Frankfurt. Der Erbe muss zum Beispiel trotzdem die Erbschaftsteuer zahlen.

Denn der Käufer übernimmt zwar alle Rechte und Pflichten des Erbes, aber er wird nicht selbst zum Erbberechtigten. Soll er für die Steuer aufkommen, kann dies im notariellen Kaufvertrag festgehalten werden. tmn
  

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