Europa-Park (1)

Piraten in Batavia im Europa-Park wieder am Start

Dienstag, 28.07.2020 um 00:05 Uhr

Anzeige Im Freizeitpark wird die beliebte Attraktion nach dem Brand wieder in Betrieb genommen

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RUST. Die Fahrattraktion Piraten in Batavia gehört zu den Klassikern und ist Besuchermagnet im Europa-Park in Rust. Beim Großbrand in dem Freizeitpark vor 26 Monaten wurde sie ein Raub der Flammen. Nun wird die damals durch das Feuer komplett zerstörte Themenfahrt wieder eröffnet. Los geht die Fahrt durch den indonesischen Dschungel am heutigen Dienstag.  

Der Wasserkanal für die Boote ist gefüllt, die Bauten sind fertig, die Figuren der Themenfahrt an ihren Positionen. „Es kann losgehen“, sagt der Inhaber des Europa-Parks, Roland Mack. „Wir erfüllen damit einen ausgesprochenen Herzenswunsch vieler unserer Besucher.“ Am 26. Mai 2018 war im Europa-Park ein Großfeuer ausgebrochen. Die Themenbereiche Skandinavien und Holland fielen größtenteils den Flammen zum Opfer. Zerstört wurden Restaurants, Geschäfte sowie die aus dem Jahr 1987 stammende Themenfahrt Piraten in Batavia im holländischen Themenbereich. Fans in Deutschland und der Schweiz machten nach dem Brand mobil und forderten unter anderem mit Unterschriftenaktionen und tausenden Briefen den Wiederaufbau der Bahn, bei der Besucher in Booten durch eine Fantasiewelt rund um die indonesische Hafenstadt Batavia im 18. Jahrhundert fahren. „Nach dem Brand sagten uns viele Leute, Batavia war ein Muss und fester Bestandteil eines Parkbesuchs“, sagt Mack. Und so fiel rasch die Entscheidung für den Wiederaufbau: „Die enorme Resonanz hat uns enorm darin bestärkt.“

Die ersten Gebäude nach dem Großbrand hat der Europa-Park bereits vor einem Jahr wiedereröffnet, überwiegend im skandinavischen Themenbereich. Nun folgen, zum Abschluss des Wiederaufbaus Piraten in Batavia im Themenbereich Holland und das dazu gehörende asiatische Restaurant Bamboe Baai. Beides war bei dem Großfeuer bis auf die Grundmauern niedergebrannt. Im Restaurant, das in neuem Glanz erstrahlt, sitzen Gäste auf einer Indoor-Terrasse inmitten einer Tropenlandschaft und können beim Essen zusehen, wie die Boote von Piraten in Batavia an ihnen vorbeischippern. Zudem gibt es eine Bühne für Shows und Abendveranstaltungen.

Gebaut wurde zwei Jahre lang. In einem 7000 Quadratmeter großen Neubau ist die Kulisse für eine Themenfahrt mit einem Wasserkanal für Boote und 88 beweglichen Figuren entstanden, unter anderem Piraten, Affen, Krokodile und Schlangen. Hinzu kommen Licht- und Geräuschinstallationen sowie Bauten mit Tempeln, indonesischem Dschungel und Fantasiewelten. „Mehr als acht Tonnen Originaldekoration aus Indonesien wurden verbaut“, sagt Bauleiter Charles Botta, Mitglied der Geschäftsleitung des Parks.

Acht Originalpiraten haben den Brand überstanden

Beim Wiederaufbau wurde versucht, das Fahrgeschäft zu modernisieren, ohne dass Erinnerungen an die frühere Bahn verloren gehen. Lediglich acht Piratenfiguren haben den Brand überstanden. Sie wurden restauriert und kommen nun auch in der neuen Bahn zum Einsatz, sagt der geschäftsführende Gesellschafter des Parks, Michael Mack. Und werden ergänzt durch moderne Hightech-Figuren und zeitgemäße Licht- und Geräuscheffekte. Designer, Licht- und Tontechniker, Show-Experten und Baufachleute schufen eine Fantasiewelt, die sie Batavia 2.0 nennen.

Die Atmosphäre, Szenen und Geschichten erinnern an die frühere Bahn. Auch die Wegführung entspricht exakt dem Original: Die Boote starten in Holland und werden dann in einer kurzen Schussfahrt nach Indonesien katapultiert. Besucher sind auf der 500 Meter langen Themenfahrt in Booten acht Minuten unterwegs und bekommen in dieser Zeit viele Eindrücke.

Geblieben ist das Konzept der Bahn, die eine Mischung aus Wasserbahn und Themenfahrt ist. „Piraten in Batavia ist eine Attraktion für die ganze Familie, von der Großmutter bis zum Enkel“, sagt Roland Mack. Obwohl vieles an die Urversion erinnert, präsentiert sich die Attraktion neu. Auch die Geschichte wurde verändert und werde nun zeitgemäß erzählt. Die Piraten vertreiben nicht mehr gewaltsam die Einwohner Indonesiens, sondern sie sind am Ende die Verlierer. Jürgen Ruf

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