250 Jahre Bürstenindustrie in Todtnau

Samstag, 28.11.2020 um 01:05 Uhr

Anzeige Vor 250 Jahren gab Leodegar Thoma mit seiner Idee von der Bürstenherstellung in mehreren Arbeitsschritten den Anstoß für eine florierende Bürstenindustrie

Bürsten jeglicher Art sind im Bürstenmuseum zu bestaunen. FOTOS: SATTELBERGER

Samstag, 28.11.2020 um 01:05 Uhr

TODTNAU. Vor einem Vierteljahrtausend, im Jahre 1770, hatte Leodegar Thoma, der Sohn eines Todtnauer Müllers, die geniale Idee, die Herstellung einer Bürste in mehrere Arbeitsschritte und auf mehrere seiner Familienmitglieder aufzuteilen. Diese so einfach anmutende, aber durchaus bahnbrechende Erfindung machte es möglich, Bürsten in größeren Stückzahlen herzustellen.

So wurden von einem Arbeiter die Holzrohlinge gesägt, ein anderer sortierte die benötigten Schweinsborsten, während ein weiterer Arbeiter die Borsten in die Bohrlöcher der Holzrohlinge einzog. Somit legte Leodegar Thoma den Grundstein für die heute noch florierende Bürstenindustrie in der Schwarzwaldstadt Todtnau.
    

Von Todtnau und dem Oberen Wiesental aus werden von insgesamt sechs Herstellerfirmen millionenfach Bürsten für nahezu alle Anwendungsgebiete an Abnehmer in der ganzen Welt verschickt. Und mit den hochtechnisierten Maschinen zur Bürstenherstellung aus den beiden Maschinenbauunternehmen Zahoransky AG in Todtnau-Geschwend und Ebser Mechanical Engineering in Todtnau können in allen Erdteilen Bürsten produziert werden.
         

Zahnbürsten aus Todtnau haben Menschen aus aller Welt in Gebrauch.
Zahnbürsten aus Todtnau haben Menschen aus aller Welt in Gebrauch.

So ist es auch nicht verwunderlich, dass der Verbraucher, der im Handel oder in Drogeriemärkten Zahnbürsten, Interdentalbürsten, Haarbürsten, Kleiderbürsten, Schuhbürsten oder Besen einkauft, höchstwahrscheinlich das Qualitätsprodukt einer Bürstenfabrik aus dem Oberen Wiesental oder eines auf Todtnauer Maschinen hergestellten Bürstenmodells erstanden hat. Bürsten sind heutzutage Gebrauchsgegenstände, die in jedem Haushalt zu finden sind. Vor allem Zahnbürsten oder Interdentalbürsten für die Mundhygiene werden in Millionen Stückzahlen produziert. So werden nach einem Erfahrungswert von einer vierköpfigen Familie durchschnittlich 16 Zahnbürsten pro Jahr gekauft. Haar-, Kleider- und Schuhbürsten gibt es in den verschiedensten Materialien und natürlich auch in unterschiedlichen, manchmal sogar künstlerischen Designs.

Wie sich die Todtnauer Bürstenherstellung in den 250 Jahren vom Handwerk über das Gewerbe bis hin zur industriellen Fertigung entwickelt hat, wird bei einem Rundgang durch das Todtnauer Bürstenmuseum in der Spitalstraße deutlich. Neben alten Werkzeugen sind in diesem Museum auch die ersten einfachen Maschinen für die Bürstenproduktion zu sehen, die vom Ausstellungsführer auch in Gang gesetzt werden können. Und hier wird auch deutlich, wie sich im Laufe der Jahrzehnte durch neue Erfindungen und Innovationen die Qualität der Maschinen verbessert hat und damit auch die Herstellung von größeren Stückzahlen ermöglicht werden konnte.

Zudem kann sich der Besucher im Todtnauer Bürstenmuseum in der Spitalstraße 1b, mittwochs und sonntags von 14 bis 17 Uhr, in acht von den Herstellerfirmen übersichtlich und selbst gestalteten Vitrinen von der riesigen Produktauswahl der einzelnen Betriebe überzeugen. Vorübergehend ist das Bürstenmuseumallerdings wegen der Coronaauflagen geschlossen. Edgar Steinfelder


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